Wer vorher die beste Fachkraft war, sieht in jedem Ergebnis aus dem Team sofort, was er anders gemacht hätte. Jede dieser Korrekturen sagt der Person: Das reicht nicht. Prüfen Sie vor dem Eingreifen, ob das Ergebnis eine vereinbarte Anforderung verfehlt oder nur von Ihrer Gewohnheit abweicht.
Wer eine Aufgabe übergibt und dann jeden zweiten Tag fragt „Wie weit sind Sie?“, delegiert nur auf dem Papier. Die Person arbeitet unter Beobachtung und wartet im Zweifel auf Ihr Signal. Vereinbaren Sie bei der Übergabe zwei oder drei feste Punkte zum Draufschauen, dichter bei neuen Aufgaben.
„Können Sie kurz drüberschauen?“ klingt nach zwei Minuten und legt die Verantwortung für das ganze Ergebnis auf Ihren Tisch. Wer jeden Entwurf durchsieht, bringt dem Team bei, dass Ihr Blick ohnehin kommt. Fragen Sie zuerst, wo die Person unsicher ist und was sie vorschlägt. Dann schauen Sie gezielt auf diesen Punkt.
Viele Führungskräfte wurden befördert, weil sie fachlich die Besten waren. Genau das macht Delegieren für sie schwer: Sie sehen jeden Unterschied zur eigenen Lösung, und Selbermachen fühlt sich schneller und sicherer an. Der Beitrag zeigt, was diese Kontrolle das Team und die Führungskraft kostet und wie der Übergang gelingt, ohne dass die Qualität leidet.