Nach jeder Strategiepräsentation kommt im Team dieselbe Frage: Was heißt das für uns? Wer mit „Das wird sich zeigen“ antwortet, überlässt jeder Person ihre eigene Deutung. Beantworten Sie die Frage, bevor Sie vor das Team treten, und nennen Sie mindestens eine Sache, die ab der nächsten Woche anders läuft.
Strategien sagen meist, was dazukommt, und selten, was wegfällt. Im Team landet dann jede neue Priorität zusätzlich auf einem vollen Tisch. Fragen Sie Ihr Team direkt, was es weglassen würde, um der neuen Richtung Zeit zu geben. Die Antworten zeigen oft genauer als jede Umfrage, wo Strategie und Alltag kollidieren.
Vier strategische Prioritäten mit je fünf Unterpunkten merkt sich im Team niemand. Hängen bleibt ein Satz pro Priorität, der in der Sprache Ihres Teams sagt, was sich ändert. Finden Sie für eine Priorität keinen solchen Satz, haben Sie sie selbst noch nicht übersetzt, und genau das ist Ihre nächste Frage nach oben.
Wenn eine Strategie im Alltag nicht ankommt, gilt schnell das mittlere Management als Lehmschicht, die nichts durchlässt. Der Vorwurf verwechselt meist fehlende Übersetzung mit Widerstand. Der Beitrag zeigt, warum Strategie erst in den Teams wirklich wird, was Führungskräfte in der Mitte als Übersetzer leisten müssen und wie sie dabei auch nach oben zurückübersetzen.
Simon Sineks Golden Circle hat sich als Marketingfolie etabliert, und damit oft an seiner eigentlichen Kraft vorbei. Als Führungswerkzeug ist er keine Slogan-Schablone, sondern eine Reihenfolge: Wer ein Warum klar formulieren kann, gibt seinem Team einen Maßstab für Entscheidungen. Wer mit dem Was beginnt, zwingt es zur Übersetzungsarbeit.